Brauche ich glutenfreie Kosmetik?
In letzter Zeit beantwortet unser Support-Team immer wieder Anfragen zu einem bestimmten Thema: Gluten. Häufig bekommen wir folgende Fragen gestellt:
„Ich habe eine Glutenallergie / Glutensensitivität. Welche glutenfreie Kosmetik gibt es?“ bzw. „Muss ich überhaupt glutenfreie Kosmetik verwenden?“
Glutenfreie Produkte sind momentan der letzte Schrei. Seit ein paar Jahren findet man sie in jedem Supermarkt, jetzt erobern sie auch die Kosmetikbranche. Eine immer größere Zahl von Marken preisen die Abwesenheit dieses Allergens in ihren Produkten auf den Verpackungen an, dem Thema werden immer mehr Artikel (so auch dieser) gewidmet ...
Nun stellen sich natürlich viele Fragen: Sind glutenfreie Produkte überhaupt sinnvoll? Müssen Menschen, die unter Zöliakie oder Glutensensitivität leiden, auf glutenhaltige Kosmetikprodukte verzichten — brauchen sie also glutenfreie Produkte?
Die kurze Antwort lautet: nein.
Natürlich sind Zöliakie & Co. ernste Ernährungsprobleme, mit denen nicht zu spaßen ist. Dazu kommen heute viele Menschen, die Gluten aus unterschiedlichen Gründen so weit wie möglich vermeiden möchten — selbst, wenn sie nicht darauf allergisch sind.
Glutenfrei zu leben ist eine echte Lebensstilfrage geworden, die mittlerweile weit über die Küche hinausreicht. Doch wenn die Leute anfangen, wegen des Weizenkeimöls in ihrer Hautcreme oder der Gerste in ihrem Shampoo auszuflippen, muss eines ganz klar gesagt werden: zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, die die These unterstützen, dass Gluten in Kosmetikprodukten Probleme macht.
Selbst Menschen, die an Dermatitis herpetiformis Duhring leiden, bei denen die Haut durch Gluten also starke Entzündungen entwickelt und Blasen bildet, haben keine Probleme. Denn auch bei diesen Personen werden die Entzündungsreaktionen ausschließlich durch die Glutenaufnahme über die Verdauung und eine damit einhergehende Autoimmunreaktion ausgelöst. Bei dem Kontakt von Gluten mit der Haut geschieht nichts.
Der Grund dafür ist einfach: die Eiweißmoleküle des Glutens sind viel zu groß, als dass sie von der Haut absorbiert werden könnten. Es gab Untersuchungen, bei denen die Forscher glutenhaltige Produkte auf die Haut von an Zöliakie leidenden Menschen auftrugen. In keinem Fall wurden Symptome festgestellt.
(Hinweis: Es hat sich gezeigt, dass hydrolysiertes Weizenprotein – HWP oder hydrolyzed wheat protein – in Kosmetika Nesselsucht auslösen kann. Vor allem Menschen mit Ekzemen sind anfällig dafür. Das hängt jedoch nicht mit Zöliakie oder Glutensensitivität zusammen.)
Zusammenfassung
Glutenhaltige Kosmetikprodukte sollten Menschen mit Zöliakie nicht schaden, solange sie die Produkte nicht unabsichtlich schlucken. Um das Risiko zu vermindern, sollte man deshalb bei Lippenpflegeprodukten, Lippenstiften, Zahnpasten, Mundspülungen, etc. darauf achten, dass diese glutenfrei sind. Außerdem sollten Foundations, falls sie unabsichtlich in den Mund gelangen, und auch Hand- bzw. Nagelprodukte glutenfrei sein, schließlich berührt man seinen Mund öfter einmal gedankenverloren.
Quelle: Mayo Clinic
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