„Nickel tested“ in der Naturkosmetik – was bedeutet das?

Dienstag, 08. Oktober 2019

„Nickel tested“ in der Naturkosmetik – was bedeutet das?

Viele Produkte, die wir auf Ecco Verde führen, tragen die Aufschrift „Nickel tested“. Das bedeutet, dass die Produkte speziell auf den Nickelgehalt getestet wurden und für Nickelallergiker unbedenklich sind. Diese Produkte enthalten Nickel maximal in kleinsten Spuren (weniger als 0,00001 %), weshalb es zu keinen allergischen Reaktionen kommen sollte (ausgeschlossen werden kann es nie zu 100 %).

Unter einer Nickelallergie haben viele Menschen zu leiden, auf der ganzen Welt. Wichtig ist für Betroffene, auf Produkte, die Nickel enthalten, so weit wie möglich zu verzichten. Doch wie äußert sich eine Nickelallergie eigentlich? Schauen wir uns Ursachen, Symptome und Co. ein wenig genauer an.

Das Metall Nickel

Nickel ist ein silbrig-weiß glänzendes Metall. Es zählt zu den chemischen Elementen und ist ein wichtiger Bestandteil in Metalllegierungen. Deshalb wird Nickel in bedeutendem Ausmaß in der Stahlveredelung genutzt und vor allem industriell verarbeitet. Mit Nickel veredelte Metalle sind härter und widerstandsfähiger gegen Korrosion, also Rost.

Nickel ist als natürlicher Bestandteil in Pflanzen nachweisbar. Es ist für den pflanzlichen Stoffwechsel essentiell und auch als Spurenelement für uns Menschen überlebenswichtig. Der durchschnittliche Tagesbedarf an Nickel liegt für einen Erwachsenen bei 0,2 bis 0,5 mg. Diese Menge wird über die Nahrung meist gedeckt.

Nickeldermatitis: Allergie auf Nickel

Bei einer Nickeldermatitis handelt es sich um eine allergische Reaktion des Körpers, wenn er mit Nickel in Kontakt kommt. Das Immunsystem stuft dann die in den Körper gekommenen Nickelionen irrtümlich als schädlich ein, wodurch es zu einer exzessiven Abwehrreaktion kommt.

Die Symptome einer Nickelallergie treten in den meisten Fällen mit 12 bis 72 Stunden Zeitverzögerung auf und sind örtlich begrenzt auf den Bereich, der mit Nickel in Kontakt kam. Die Aufnahme erfolgt in erster Linie über direkten Hautkontakt. Modeschmuck enthält bspw. oftmals Nickel. Der Schweiß der Haut hat einen sauren pH-Wert und löst damit Nickelionen aus dem Metall, die die Haut ungehindert durchdringen und in den Körper gelangen. Es kann aber auch nach dem Verzehr stark nickelhaltiger Speisen zu einer Reaktion kommen. Eine Nickelallergie zählt also gleichzeitig zu den Kontakt- sowie auch zu den Lebensmittelallergien.

Weltweit leiden rund 8 % aller Menschen an einer Nickelallergie. Grundsätzlich sind Industriestaaten stärker betroffen als Entwicklungsländer, weil es dort einfach eine höhere Nickelexposition durch nickelhaltige Erzeugnisse gibt. Die Sensibilisierungsrate in einzelnen Ländern ist dabei stark unterschiedlich. In den USA leiden bspw. 35 bis 40 % der Bevölkerung an einer Nickelallergie, in Frankreich sind es etwa 14 %.

Ursachen

Nickel ist für uns Menschen als Spurenelement lebensnotwendig. Ist die Dosis jedoch zu hoch, kommt es zur Allergie. Dieser geht immer eine Sensibilisierung voraus – es wird also niemand mit Nickelallergie geboren. Sie entsteht immer erst durch intensiven Kontakt mit dem Metall.

Als Legierungsbestandteil ist Nickel in praktisch allen metallischen Gegenständen (wirklich nickelfrei ist nur Titan) enthalten, von Schmuck (billig und teuer) über Haushaltsgegenstände bis hin zu Mobiltelefonen. Entscheidend ist jedoch nicht der Nickelgehalt an sich, sondern wie hoch die Abgabe ist – also die Menge, die freigesetzt und vom Körper aufgenommen wird. Die Freisetzung von Nickelionen wird durch folgende Faktoren begünstigt:

  • Konservierungsstoffe
  • Säuren
  • Schweiß
  • hohe Temperaturen

Nickel findet sich in nahezu allen Lebensmitteln. Generell enthalten pflanzliche Produkte jedoch mehr Nickel als tierische. Im Gegensatz zur Aufnahme über die Haut, wo die Freisetzungsrate entscheidend ist, zählen bei Lebensmitteln nur der tatsächliche Nickelgehalt.

Vorsicht sollte man auch bei der Wahl des Kochgeschirrs walten lassen. Stark säurehaltige Speisen, wie z. B. Sauerkraut oder Tomatensauce, können Nickelionen aus dem Metall lösen, die sich dann im Essen anreichern. So können auch unbedenkliche Gerichte allergische Reaktionen hervorrufen.

Ein Erkrankungsrisiko kann auch von verschiedenen Faktoren begünstigt werden. So erhöhen Faktoren, die die natürliche Hautbarriere schwächen, das Risiko einer Erkrankung. Dazu gehören etwa

  • Bakterien
  • Chemikalien
  • Entzündungen
  • UV-Strahlung

Symptome

Das häufigste Symptom einer Nickelallergie ist ein allergisches Hautekzem. Am öftesten sind betroffen:

  • Hände und Finger -> durch Ringe, Türgriffe, Tastaturen …
  • Bauchnabelbereich -> Hosenknopf, Gürtelschnalle, Piercings
  • Handgelenke -> Armbänder oder Armbanduhren
  • Ohren -> Brillen, Ohrringe …
  • Mundhöhle -> Zahnspangen oder -prothesen
  • Achselhöhlen -> durch über die Nahrung aufgenommene Nickelionen, die über die Schweißdrüsen ausgeschieden werden

Das Hautekzem zeigt sich durch Rötung, Juckreiz und Schwellung. Auch nässende Bläschen oder Pustelbildung können auftreten.

Wenn Sie den Verdacht haben, an einer Nickelallergie zu leiden, sollten Sie unbedingt einen Allergietest durchführen lassen und dann ärztlichen Rat einholen, welche Produkte vermieden werden sollten.

In unserem Katalog finden Sie verschiedene, nickelgeprüfte Produkte. Unter diesem Link werden alle Produkte gefiltert, die von Unternehmen als nickelgeprüft zertifiziert wurden: Klicken Sie hier.

Tendenziell enthalten organische Naturprodukte keinen Nickel und wenn ein Make-up-Produkt es natürlich enthält, ist es prozentual gesehen so niedrig, dass man es als harmlos bezeichnen kann. Naturprodukte sind alle sehr gut verträglich, insbesondere solche, die für Allergiker oder empfindliche Haut geeignet sind, wie z. B. die Marken Pai oder alva sensitiv.

Berücksichtigen Sie auch die Marken, die sich durch das BDIH-Siegel auszeichnen, wenn Zutaten verwendet werden, die keine Mineralöle enthalten. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Produkte Nickel enthalten, sehr gering.

Aus Sicherheitsgründen ist es ratsam, neue Produkte zu testen, indem Sie eine Mini- oder Reisegröße nehmen, um zu sehen, wie die Haut reagiert. Es ist auch möglich, vor dem Auftragen des Produkts einen Vorversuch an einer unauffälligen Körperstelle durchzuführen.